Renaturierung der Donau in Ingolstadt
Die Donau wurde in der Vergangenheit zum Schutz vor Hochwasser und später zur Energiegewinnung reguliert, eingedeicht und staugeregelt. Dies führte zu einem erheblichen Rückgang an Gewässer- und Auelebensräumen sowie natürlichen Überschwemmungsflächen. Um diese ökologischen Fehlentwicklungen zu korrigieren, erfolgen seit vielen Jahren an der Donau unterschiedliche Renaturierungsmaßnahmen.
Von 2024 bis 2025 hat das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt auf einer Länge von etwa 400 m das nördliche Donauufer unterhalb der Staustufe Ingolstadt zurückgebaut und renaturiert. Dafür musste der Treidelweg um bis zu 50 m landeinwärts verlegt werden. Die im Zuge des Uferrückbaus anfallenden Wasserbausteine wurden in die südliche Böschung des Treidelwegs eingebaut und bilden als sogenannte „schlafende Sicherung“ die künftige Entwicklungsgrenze der Donau.
Mit der Uferrenaturierung wurden im Wesentlichen drei Ziele erreicht:
- Erhöhung der Lebensraumvielfalt durch den Rückbau der Uferbefestigungen und die Gestaltung donautypischer Lebensräume wie kiesige Flachwasserzonen, Auwaldentwicklungsflächen und ein Donau-Nebenarm mit naturbelassener Inselfläche als Rückzugsraum für Tier- und Pflanzenarten,
- Optimierung der Fischpassierbarkeit im Bereich der Ludlmündung durch den Umbau in ein flaches Raugerinne. Dafür musste der Ludlsteg um etwa 40 m nach oberstrom verlegt werden,
- Verbesserung der Zugänglichkeit und Erlebbarkeit der Donau für die Ingolstädter Bevölkerung.
Projektdaten:
- Februar 2021: Maßnahmenbeginn (erste Rodungsarbeiten zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit)
- 2023: Abstimmungen und Erstellung der Genehmigungsplanung
- 2024: Wasserrechtsverfahren, Gehölzrodungen, Kompensationsmaßnahmen, Kampfmittelsondierung, Abtrag Oberboden
- 2025: Verlegung Ludlsteg, Umbau Ludlmündung, Uferrückbau, Abtrag Unterboden, Rückverlegung Treidelweg, Biotopgestaltungsmaßnahmen
- Dezember 2025: Abschluss der Bauarbeiten

Projektgebiet vor der Uferrenaturierung im Februar 2024

Projektgebiet nach Abschluss der Maßnahme im Januar 2026

Entfernung der massiven Uferbefestigung zur Förderung der Laufentwicklung und Strukturbildung

Schaffung kiesiger Flachwasserzonen und Einbau von Totholz als Schutzraum für Fische

Umbau der Ludlmündung in ein flaches fischpassierbares Raugerinne
