Hochwasserschutz Absiedlung Moos
Moos ist ein Ortsteil der Gemeinde Burgheim. Das Dorf mit ursprünglich ca. 40 Anwesen liegt im Bereich des Überschwemmungsgebiets der Donau und wird bei größeren Hochwassern eingestaut, teilweise sind auch die Zufahrtsstraßen überflutet.
In den letzten Jahrzehnten kam es immer wieder zu großen Hochwassern, die zu teilweise erheblichen Schäden führten:
- Hochwasser 1965: Im Juni 1965 kam es aufgrund von Dauerregen zu einem Hochwasserereignis der Donau (HQ50)
- Hochwasser 1999: Im Mai 1999 kam es aufgrund von Schneeschmelze und Dauerregen zu einem großen Hochwasserereignis in weiten Teilen Bayerns. Neben der Donau (HQ190) war auch die Paar (HQ10) davon betroffen. Das Dorf Moos stand nahezu vollständig unter Wasser
- Hochwasser 2005: Im August 2005 kam es aufgrund von Regen zu einem größeren Hochwasser an der Donau, bei dem die Zufahrten und Teile von Moos unter Wasser standen
- Hochwasser 2013: Im Juni 2013 kam es aufgrund von Dauerregen zu einem großen Hochwasserereignis in weiten Teilen Bayerns. Neben der Donau (HQ20) waren auch die Ilm (HQ100) und die Paar (HQ50) davon betroffen. Teile von Moos und die Zufahrtsstraßen standen unter Wasser
- Hochwasser 2024: Im Juni 2013 kam es aufgrund von Dauerregen zu einem großen Hochwasserereignis in weiten Teilen Bayerns. Neben der Donau (HQ20) waren auch die Ilm (HQ100) und die Paar (HQ50) davon betroffen. Teile von Moos und die Zufahrtsstraßen waren betroffen
Moos bei Pfingsthochwasser 1999
Hochwasserschutz - Planung und Umsetzung
Nach den Hochwasser 1999 und 2005 begannen Planungen für einen technischen Hochwasserschutz der betroffenen Anwesen. In einer Studie wurden mehrere Varianten entwickelt, die technisch umsetzbar waren. Die Kosten dafür waren allerdings wesentlich höher als das Schadenspotential. Ein technischer Schutz war daher wirtschaftlich nicht umsetzbar und wurde nicht weiterverfolgt.
Als Alternative wurde eine Absiedlung der Ortschaft Moos geprüft. 2009 wurde eine Vereinbarung zwischen dem Freistaat Bayern, der Gemeinde Burgheim und dem Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen unterzeichnet, in der die Details zur Absiedlung, insbesondere die finanzielle Entschädigung der Eigentümer, geregelt wurde.
Diese Vereinbarung läuft bis 2029. Die Eigentümer der vom Hochwasser betroffenen Anwesen in Moos haben die Möglichkeit, einen Absiedlungsantrag zu stellen. In einem anschließenden Notarvertrag zwischen den Eigentümern und dem Wasserwirtschaftsamt werden die Details festgelegt (Absiedlungshilfe durch den Freistaat Bayern in Höhe von ca. 75% des Verkehrswerts der Gebäude und Erstattung der Kosten für den Abriss der Anwesen).
Seit 2010 wurden jährlich mehrere Absiedlungsanträge gestellt, von den vorher ca. 40 Anwesen sind inzwischen 26 abrissen.


Alter Bauernhof in Moos vor, während und nach dem Abriss
