Flutpolder Großmehring

Vorbeugender Hochwasserschutz an der Donau in den Landkreisen Eichstätt und Pfaffenhofen

Luftbild Polderbereich Bild vergrössern Luftbild Polderbereich

Anlass

Das bestehende Hochwasserschutzsystem an der Donau ist in Jahrzehnten historisch gewachsen. Seit dem 19. Jahrhundert wurden mit dem stufenweisen Ausbau des Hochwasserschutzes in großem Maße natürliche Überschwemmungsgebiete der Donau vom Fluss abgeschnitten.

Mit dem Ausbau des technischen Hochwasserschutzes ,vor allem mittels Flussdeiche und Rücklaufdeichen, wurde das frühere natürliche Überschwemmungsgebiet der Donau erheblich reduziert.

Durch eine Reaktivierung dieser natürlichen Rückhalteräume können die Scheitelabflüsse von Hochwasserwellen reduziert werden.

Im Gemeindebereich von Großmehring existiert südlich der Donau noch ein großes Gebiet des ursprünglichen Überschwemmungsgebiets der Donau, das in früheren Jahrzehnten durch den Deichbau vom Überschwemmungsgebiet abgeschnitten wurde.

In dem geplanten Polderbereich befinden sich keine bebauten Bereiche. Daher sind bei einer Flutung lediglich land- und forstwirtschaftliche Flächen sowie Bereiche des Kiesabbaus betroffen.

Lageplan Polder Bild vergrössern Lageplan Flutpolder

Konzeption und Betrieb

Eine gezielte Flutung des Flutpolders soll nur bei extremen Hochwasserereignissen erfolgen. Ziel ist es, die Abflussspitzen größerer Hochwässer zu kappen. Mit der Flutung wird so spät begonnen, dass möglichst erst während des Scheitelabflusses der Donau ein Zulauf zum Flutpolder erfolgt. Voraussetzung für eine maximale Steuerstrategie ist dabei eine möglichst frühzeitige und exakte Hochwasservorhersage.

Die Flutung der Flutpolderfläche erfolgt über steuerbare Ein- und Auslassbauwerke im südlichen Donaudeich. Die Restentleerung soll durch ein zu optimierendes Grabensystem im Polderbereich und ein Auslaufbauwerk in die Paar sichergestellt werden.

Der nutzbare Rückhalteraum beträgt ca. 11 Mio. m³. Das Gelände ist dabei im Mittel ca. 2 m. eingestaut. Die geflutete Fläche beträgt ca. 480 ha.

Maßnahmen

Zur Umsetzung der geplanten Maßnahme müssen:

  • zum Schutz der bestehenden Siedlungsgebiete bzw. Infrastruktureinrichtungen neue Deiche errichtet werden,
  • zum Schutz der bestehenden Siedlungsgebiete ein Binnenentwässerungssystem errichtet werden,
  • Ein- bzw. Auslassbauwerke in die bestehenden Deiche der Donau und Paar integriert werden,
  • das vorhandene Graben- und Wegesystem angepasst werden.

Kosten

Neben den derzeit veranschlagten Investitionskosten in Höhe von ca. 40 Mio. € entstehen Ausgaben für Unterhalt und Betrieb sowie im Flutungsfall Entschädigungszahlungen. Die durch den Betrieb des Flutpolders der Landwirtschaft entstehenden Schäden sowie sämtliche Folgeschäden werden vom Freistaat Bayern als Träger und Betreiber der Hochwasserrückhaltung ausgeglichen.

Auswirkungen

  • Durch den Einsatz des Flutpolders können die Spitzen von extremen Hochwasserwellen gekappt und damit unterstromig des Flutpolders Schäden infolge Überschwemmungen vermindert werden.
  • Durch den Betrieb des Flutpolders sind negative Auswirkungen auf Bebauung, Infrastruktur und Naturhaushalt grundsätzlich nicht zu erwarten.
  • Die bei einer Flutung entstehenden Schäden (z. B. Ernteausfall, Bewirtschaftungserschwernis) werden vom Träger des Vorhabens ausgeglichen. Nutzungsbeschränkungen im Flutpolderbereich sind nicht vorgesehen.

Weiteres Vorgehen

Seit Januar 2015 finden in einem Dialogverfahren Runde Tische mit lokalen Mandatsträgern, Vertretern der Bürgerinitiativen und Verbänden statt, um über das Vorhaben zu informieren und an der Planung der Maßnahme zu beteiligen.

Seit Januar 2016 erfolgt die Erstellung eines Grundwassermodells und der dafür erforderlichen Planungen und Untersuchungen. Die Ergebnisse sollen bis Frühjahr 2017 vorliegen.

Protokolle Runder Tisch