Planungsgebiet

Flusslandschaft Donau

Bestehende Verhältnisse

Das Untersuchungsgebiet des geplanten Flutpolders erstreckt sich in etwa von Donau-Flusskilometer 2486,000 bis 2480,000. Die Donau ist in diesem Abschnitt nicht schiffbar.

Die Staustufe Bertoldsheim befindet sich oberstrom bei Flusskilometer 2490,100. Unterstrom befindet sich die Staustufe Bittenbrunn bei Flusskilometer 2480,200. Von Norden strömt der Donau bei Flusskilometer 2486,000 die Ussel zu.

Donau Bild vergrössern Donau

Linkseitig der Donau befinden sich, etwa im Bereich des geplanten Einlassbauwerks, Still- und Flachwasserzonen, die bei Mittelwasser größtenteils nicht durchströmt werden. Im Poldergebiet befindet sich ein Altarm der Donau, der eine ausgeprägte Mäandrierung vor einer Korrektur des Flusslaufs erkennen lässt. Dieses Gebiet an offenen Wasserflächen und Auenlandschaft, die sogenannte Unterhauser Schütt, wird in der Regel nur durch das mit der Donau korrespondierende Grundwasser gespeist. Die Entwässerung erfolgt durch ein Grabensystem im Poldergebiet und durch die Finkensteinverrohrung.

Hydrologische Daten

Das Abflussregime in der Donau wird durch verschiedene Naturräume geprägt. Das Einzugsgebiet bis zur Staustufe Bittenbrunn weist eine Größe von rund 20.000 km² auf. Im Frühjahr und Sommer verursachen die alpinen Zuflüsse wie Iller und Lech sowie sommerliche Starkniederschläge Hochwasser in der Donau. Bei lang anhaltenden Niederschlägen im Winter kommt es durch die Mittelgebirge entwässernden Flüsse zu Hochwasser in der Donau.

Der dem Untersuchungsgebiet am nächsten gelegene Donaupegel ist der Pegel Neuburg. Allerdings wurden am Pegel Neuburg langjährig nur Wasserstände aufgezeichnet. Der nächste Pegel mit einer Abflussangabe ist der ca. 26 km flussabwärts gelegene Pegel Ingolstadt Luitpoldstraße. Da das Einzugsgebiet zwischen den Pegeln Neuburg und Ingolstadt nur rund 90 km² beträgt, lassen sich die Aufzeichnungen von Ingolstadt gut auf das Untersuchungsgebiet übertragen.

Natur und Landschaft

Topographie

Der Polder liegt in einem Linksbogen der Donau. Nach Westen hin wird er vom Antoniberg eingegrenzt, nach Norden hin von den ansteigenden Hängen bei Riedensheim. Die tiefliegenden Gebäude bei Riedensheim werden im Zuge des Polderbaus abgerissen. Nach Osten hin wird der Polder durch den Finkenstein begrenzt.

Zur Donau hin trennt im westlichen Bereich ein bestehender Deich den geplanten Polderraum von der Donau. Nach Osten hin wird der Polder durch die Stauhaltungsdämme der Staustufe Bittenbrunn begrenzt.

Topographie Bild vergrössern Topographie

Geologie

Nach der geologischen Karte Bayern ist im Polderbereich unterhalb der Dammschüttung mit Schlufflehmen, meist kalkhaltigen Feinsanden und Mergel über Holozänschottern und Niederterassenresten zu rechnen. Es handelt sich dabei um die untere Auenstufe innerhalb des Holozän. Im östlichen Untersuchungsbereich am Finkenstein sind primär Bankkalke mit Mergellagen (Neuburger Schichten) des Jura zu erwarten. Es liegt hier eine nachgewiesene geologische Störung vor. Die Überlagerung kann aus Schlufflehmen und Feinsanden (obere Auenstufe) bestehen.

Zur Erkundung der Geologie wurden am Deich, am Stauhaltungsdamm, am Finkenstein und in der Polderfläche Aufschlüsse und Feldversuche durchgeführt. Das aufgeschlossene Material wurde anschließend im Labor beprobt. Die Felderkundungen haben den erwarteten Bodenaufbau im Wesentlich bestätigt.

Landnutzung

Das Poldergebiet weist ein relativ stark strukturiertes Landschaftsbild auf. Die bewaldeten Höhenlagen des Härtleinbergs und der große zusammenhängende Waldbestand des als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Finkensteins, befinden sich an den Rändern des Poldergebiets.

Die Flächen im Polder, nördlich der Unterhauser Schütt, werden vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Lediglich an den Hängen des Antonibergs, im östlichen Bereich der "Viehweide" sowie in der "Schütt" befinden sich Wiesen. Außerdem prägen mehrere aufgelassene Kiesgruben die Landschaft. Diese werden hauptsächlich durch den ortsansässigen Fischereiverein genutzt. An der östlichen Grenze des Teilraums verläuft der Donauradweg.

In der Unterhauser Schütt herrscht ein vereinzelt von Lichtungen unterbrochener naturnaher Auwald vor, welcher in einigen Bereichen von Feuchtwiesen abgelöst wird. Dieses aus naturschutzfachlicher Sicht sehr wertvolle Gebiet hat Schutzstatus im Rahmen der Flora - Fauna - Habitat Richtlinie.

Darüber hinaus ist das gesamte Poldergebiet Bestandteil des Landschaftsschutzgebiets Donauauen.

Finkenstein Bild vergrössern Finkenstein

Bestehende Bauwerke

Kläranlage Riedensheim

Die Kläranlage Riedensheim befindet sich in der Polderfläche, etwa 200 m südwestlich des Ortes Riedensheim. Die Kläranlage besteht aus zwei Klärbecken und einem Oxidationsteich. Die beiden Klärbecken liegen nördlich des Weges der von der Ortschaft Riedensheim zum Finkenstein führt. Der Oxidationsteich liegt südlich des Weges und erstreckt sich in die Polderfläche.

Als Vorfluter dient der Riedensheimer Bach. Dieser mündet in den parallel zur Donau verlaufenden Entwässerungsgraben.

Finkensteinverrohrung

Derzeit wird der Polderraum über einen Entwässerungsgraben am Fuß des Stauhaltungsdammes entwässert. Der Stauhaltungsdamm schließt nach und nach an die Hänge des Finkensteins an. Die Entwässerung in diesem Bereich erfolgt über die unter dem Damm verlaufende Finkensteinverrohrung (DN 2000). Die Verrohrung beginnt am Einlassbauwerk bei Donau-Flusskilometer 2481,7 und mündet bei Donau-Flusskilometer 2481,3 in einen Graben.

Einlass Finkensteinverrohrung Bild vergrössern Einlass Finkensteinverrohrung

Donaudeich (Donau-Flusskilometer 2485,6 - 2484,1)

Am Beginn des Polders befindet sich linksufrig der Donau ein Flussdeich, der über eine donauseitige Oberflächenabdichtung aus schluffigem Material verfügt. Der Stützkörper des Deiches besteht aus kiesigem Material. Die Höhe des Deiches ist nicht ausreichend, weil kein durchgehender Freibord von 1,0 m gegenüber dem Donau-wasserstand beim Bemessungswasserstand HW100 eingehalten ist. Um einen ausreichenden Freibord zu erzielen, wäre eine Deicherhöhung bis ca. 70 cm erforderlich.

Im Rahmen von Instandsetzungsmaßnahmen ist der Deich mit einer Bentonitmatte versehen worden. Polder- und wasserseitig ist der gesamte Deich mit Gras bewachsen. Bäume und Gehölz befinden sich nur vereinzelt im unterstromigen Bereich des Deiches.

Donau-Stauhaltungsdamm (Donau-Flusskilometer 2484,1 - 2481,7)

Der Stauhaltungsdamm Bittenbrunn schließt übergangslos an den Donaudeich an und ist zu Beginn identisch aufgebaut. Im weiteren Verlauf des Stauhaltungsdammes nach Unterstrom wechselt die Abdichtungsart des Bauwerks auf eine Betonoberflächenabdichtung. Der Stauhaltungsdamm ist ebenfalls mit Gras bewachsen und weist ganz vereinzelt Bäume bzw. Gehölz auf dem Dammkörper auf.