Ziele und Maßnahmen

Maßnahmenplan
Das Renaturierungsprojekt an der Altmühl in Wasserzell hat die möglichst weitgehende Wiederherstellung der ursprünglichen Situation von Fluss und Aue zum Ziel. Geplant ist unter anderem die Reaktivierung einer künstlich abgeschnittenen Altmühlschleife durch den Zusammenschluss und den Ausbau zweier bestehender Altarme. Die Altmühlregulierungsstrecke wird bis auf eine wechselfeuchte Flutmulde zur Hochwasserentlastung und einem Altarmrest unterstrom verfüllt. Bemessungsgrundlage für den ökologischen Ausbau sind ca. 75 m³/s Abflussleistung. Danach beträgt die Sohlenbreite 18 m, die obere Breite 28 m und die Tiefe des Gewässerbettes etwa 2,80 m. Das Ausbauprofil (hydraulische Ertüchtigung der Altarme und Ausbau der neuen Gewässerstrecke) fasst damit 40 m³/s und kann zusammen mit der geplanten Flutmulde (ca. 35 m³/s) statistisch ein 2 bis 3-jährliches Hochwasser abführen. Die Ausformung des neu zu schaffenden Altmühlabschnittes wird nur grob vorgegeben (baggerrauh) und bleibt der Eigenentwicklung überlassen. Zur Gewährleistung einer naturgemäßen Gewässerbettdynamik und Strukturbildung wird auf eine Ufersicherung verzichtet. Zur Strukturförderung wird in die neue Fließgewässerstrecke Totholz (Weidenbaumstämme) eingebaut. Durch die Reaktivierung des Altmäanders der Altmühl und die Wiederherstellung des natürlichen Gewässerlaufes werden sich in diesem Altmühlabschnitt wieder typische Fließgewässerlebensgemeinschaften einstellen. Als Ausgleich für den Verlust bestehender Altgewässerlebensräume sind in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und der örtlichen Fischerei die Schaffung zweier neuer an die Altmühl angebundener Altarme mit Flachwasserzonen im Uferbereich vorgesehen.
Die erworbene Inselfläche wird ökologisch umgestaltet und vollständig aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen. Vorgesehen ist auf der etwa 9,6 ha großen Inselfläche neben der Schaffung zweier Ersatzaltgewässer, die Gestaltung eines auetypischen welligen Bodenreliefs zur Erhöhung der Standort- und Strukturvielfalt. Eine Verbindung der Bodensenken mit der Altmühl über grabenähnliche Mulden ermöglicht den Fischabzug nach Hochwasserereignissen. Die in Teilbereichen vernässte Inselfläche bleibt nach den Modellierungen zunächst der natürlichen Vegetationsentwicklung (Auwaldsukzession) überlassen. Langfristig mögliche artenbezogene Pflegemaßnahmen erfolgen in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde.

