Die Altmühl bei Eichstätt
Die Altmühl durchfließt auf ihrem Lauf vom Ursprung auf der Frankenhöhe bis zur Einmündung in die Donau bei Kelheim ein halbes Dutzend reizvoller Landschaftsgebiete. Hierzu gehören die Frankenhöhe, die Keuperlandschaft zwischen Feuchtwangen und Gunzenhausen, der nördliche Abhang des Hahnenkamms, die Eichstätter Alb und die Oberpfälzer Alb von Beilngries bis Kelheim. Insgesamt sind dies ca. 140 Kilometer.
Allerdings bildet die Altmühl nur noch auf wenige Teilstücken einen natürlichen Flusslauf. Wirtschaftliches Kalkül haben in den letzten 100 Jahren zu Besiedlung, Bewirtschaftung und zu einer Trockenlegung vieler Uferzonen geführt. Die Begradigungen des Flusslaufes, Stauhaltungen und Kanalbaumaßnahmen haben den Fluss darüber hinaus weitgehend reguliert.
Heute heißt die Divise ökologischer Gewässerausbau. Wo möglich, werden Uferstreifen wieder geschaffen oder verbreitert, nachdem die entsprechenden Grundstücke vom Land Bayern erworben werden konnten. Die Ufer werden mit einem Gehölzsaum aus standortgerechten Arten angepflanzt und so wird ein Schutzstreifen gegen Einschwemmungen von nährstoffreicher Ackererde geschaffen. Durch das Wurzwerk des Ufergehölzes wird zudem der Erosionsgefahr an den Böschungen entgegengewirkt. Die Schatten spendenden Bäume sorgen ferner dafür, dass das Flusswasser sich nicht mehr so schnell erwärmt. Die Sauerstoffversorgung der Altmühl wird dadurch günstig beeinflusst. Insgesamt wird damit der gewässerschädlichen Algenentwicklung entgegengewirkt. Schließlich sollen dort, wo noch Altwässer vorhanden oder geblieben sind, diese durch entsprechende Pflege als wertvolle “Biotope“ für Pflanzen und Tiere erhalten und geschützt werden.
Erhebliche Anstrengungen sind darüber hinaus für den Bau neuer und die Verbesserung bestehender Kläranlagen unternommen worden. Dadurch konnte die organische Belastung für die Altmühl gesenkt werden. Dies hat die Selbstreinigungskraft verbessert und zur Stabilisierung der natürlichen Lebensverhältnisse des Gewässers beigetragen. So konnte in den letzten 6 Jahren z. B. die BSB-Konzentration (=Biochemischer Sauerstoffbedarf) und die Ammoniumkonzentration in der Altmühl bei Obereichstätt nahezu halbiert werden. Auch die gewässerschädliche Algenentwicklung (Chlorophyll A) konnte erheblich vermindert werden.
Altmühl bei Obereichstätt, Biochem. Sauerstoffbedarf (BSB)
Altmühl bei Obereichstätt, Ammonium
Altmühl b. Obereichstätt, Chlorophyll A
Nach wie vor zu hoch ist die Nitrat- und die Phosphatbelastung. Zahlreiche Quellen, die von landwirtschaftlich genutzten Gebieten gespeist werden, Uferbereiche, die noch nicht mit nähstoffrückhaltenden „Pufferzonen“ ausgestatten sind sowie die Einleitungen von ungenügend gereinigtem Abwasser deuten darauf hin, dass weiterer Handlungsbedarf und zusätzliche Anstrengungen erforderlich sind, um die allmählich steigende Gewässerqualität in der Altmühl zu sichern.
Altmühl bei Obereichstätt, Nitrat
Altmühl bei Obereichstätt, Phosphat
